München

War ich in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Das war ganz schlimm.
C. Araxe - 6. Feb, 22:50

Dachau war ja noch Luxus. Schlimm fand ich aber auch mal ein paar Kilometer weiter, in Esterhofen, einen PKW mit SS-Signum anzutrefffen. Das bezog sich zwar auf DIJ und was dahinter steht ist nicht unbedingt neonazistisch, aber ziemlich schwammig (um-)gedeutet und wirkt eben in der Umgebung doch ganz anders.

(Ja, ich war mal so drauf, dass ich für Parties extra nach München gefahren bin bzw. nicht mal nach München direkt, sondern nach Esterhofen.)

Mahakala - 6. Feb, 23:06

Esterhofen und DIJ (Death in June?) sagen mir ja gar nichts.
Ich finde Dachau ganz schlimm und ich bin froh, durch das Tor wieder hinausgegangen zu sein!
C. Araxe - 6. Feb, 23:20

Yep, Esterhofen und die Parties im Ballroom. Und ja, Death In June (Neofolk-Geklampfe – höre ich eigentlich gar nicht mehr und wenn war eh Current 93 mehr mein Ding, aber man kann dem auch etwas abgewinnen).

Zur DDR-Zivilisation gehörte im Rahmen der Jugendweihestunden eine KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Wir waren in Ravensbrück. Ein Frauen-KZ und kein Vernichtungslager. Trotzdem gab es mehr als genug Leichen, deren Asche im nahe gelegenen See gekippt wurde. Als wir hinfuhren, badeten ein paar Kiddies dort.
Mahakala - 6. Feb, 23:36

Aus Ravensbrück kamen die Zwangsprostituierten für die Lagerbordelle. Häftlinge, die sich durch Mehrarbeit hervortaten, durften diese Einrichtungen besuchen. Diese Typen waren i.d.R. "Funktionshäftlinge", perverse Kriminelle,
Psychophaten, was bei denen "Mehrarbeit" war, kann man sich ja denken ...
Ich bin dagegen, Schulklassen durch z.B. Dachau zu schleusen. Wie ich da war, liefen dort sehr viele rum.
Für meinen Geschmack waren die einfach zu respekt- und pietätlos!
Das einzige Kind, das mir gefiel, war ein kleines Mädchen - vielleicht fünf, sechs Jahre alt, die lief unschuldig singend durch den "Bunker", den Lagerknast; Das hatte etwas Rührendes.

Current 93? Nie gehört!
C. Araxe - 6. Feb, 23:56

Die Herkunft des Bandnamens Joy Division sagt Ihnen aber etwas, oder?

Der Osten ist rechtsradikal – zu viel KZ-Besuche. Ja, der verordnete Antifaschismus zu DDR-Zeiten war nicht nur scheinheilig, sondern bewirkte durch seine Penetranz eben auch Gegenteiliges.

Ganz so einfach ist es aber doch nicht. Nicht der Besuch von KZs ist stupide und dementsprechend das Verhalten der Besucher, sondern wie so was durchgeführt wird.

DIJ, Current, Sol Invictus blablabla – halt alles Neofolk-Zeugs. Vornehmlich vom Label World Serpent. Youtube hat das auch.
Mahakala - 7. Feb, 00:18

Wikipedia hat es mir gerade erklärt. Bei den Japanern hießen die "Trost Mädchen".
Ich finde, man sollte hingehen, wenn man dafür bereit ist, sonst besser im Sandkasten spielen, in der Beziehung bin ich irgendwie verspießert. Nach der Lektüre diverser Werke wie Kogons "SS-Staat", Hafners "Anmerkungen zu Hitler", Klemperers "Tagebüchern" und "LTI" oder Solschenizyns "Archipel Gulag", usw. fällt es schwer, so einen Ort als Spielplatz für pubertierende Jungendliche verkommen zu sehen. Aber wer weiß, vielleicht wird ja bei dem ein oder anderen irgendwas in Gang gesetzt ...

Meine musikalische Sozialisation verlief anders! Ich bin mit Pink Floyd, Deep Purple, Joan Baez, Tangerine Dream, Can und so'nem Kram groß geworden. Ich kenne allerding auch Silke Bischoff, stehe auf Soul Wax und halte mich ansonsten für einen musikalischen Individualisten.
NeonWilderness - 7. Feb, 18:33

Seltsam, dass ich fast die gleichen Bücher bei mir im Regal stehen habe und daneben noch die Palette, die man kostenlos über diese Zeit beim Amt für politische Bildung bekommen konnte.

Weiß auch nicht, warum diese spezielle Fixierung bei mir entstand, vielleicht, weil mein Großvater vor Stalingrad lag und mit einer der letzten Züge verwundet rausgekommen ist - er hat mir als 12-jährigem viele erschütternde Geschichten erzählt, von Freundschaft, vom Sterben und dem einsamen Tod, von Verrat und vom Grauen der Nazizeit. Hat mich damals ziemlich aufgewühlt, auch, dass er sonst fast nicht mehr redete sondern nur noch dunkle Ölbilder malte. Leider starb er viel zu früh und viele Fragen blieben unbeantwortet...
Mahakala - 7. Feb, 23:05

Ich finde ja, als Deutscher sollte man sich wenigstens etwas über die jüngere Vergangenheit informieren, denn sonst kommt sowas dabei raus und das ist beschämend.
C. Araxe - 8. Feb, 19:48

Ähm, wenn man etwas interessiert ist, dann hat man doch die Bücher gelesen - ist doch eigentlich Mainstream, oder?

Und ja, es bringt natürlich nicht, die Kiddies einfach zu solchen Orten zu bringen, da muss schon etwas mehr gemacht werden bzw. die Vermittlung so ablaufen, dass das auch ankommt, was aber nicht zwangsläufig auf Guido Knopp oder so hinausläuft.
Mahakala - 8. Feb, 20:30

Wieviele Leute kennen Sie, die die "LTI" gelesen haben, oder "Kommandant in Auschwitz", oder Hafner?
Wir werden mit dem Nazi-Scheiß doch jeden Tag zugemüllt. Ständig laufen irgendwelche Dokus, die Bild schreibt in regelmäßigen Abständen irgendwelchen Nazi-Dreck, da kann ich gut verstehen, wenn man keinen Bock mehr darauf hat, weil man einfach "übersättigt" ist und als Jugendlicher eigentlich anderes im Sinn hat.
NeonWilderness - 9. Feb, 12:41

Sehe ich auch so wie Herr Mahakala: Klingt nach Wunschwelt oder elitärem Verdrängungsmechanismus, dass man glaubt, jeder Deutsche hätte mindestens die 100 wichtigsten Bücher zu Hause stehen oder wenigstens 5 gute Exemplare zum Nationalsozialismus gelesen.

Die meisten unter einer bestimmten Altersgrenze halten doch schon Willy Brandt für den gleichnamigen Inhaber der Zwiebackfabrik. Und noch weiter in der Zeit zurückzugehen, endet meist in einem sehr peinlichen Desaster.
semidoor (Gast) - 3. Apr, 21:32

@C. Araxe

"Dachau war ja noch Luxus."

Falls es irgendwie möglichsein sollte bitte ich darum diesen Satz zu streichen.

Und ja, mir ist schon klar (hoffe ich doch!) wie es gemeint ist und trotzdem.
Mahakala - 4. Apr, 00:21

@SEMIDOOR (ANONYM)

Anomyn hier kommentieren zu können ist nicht gleichbedeutend mit
kommandieren zu können.
Wie meinen Sie denn, wie es gemeint ist?
C. Araxe - 6. Apr, 10:14

@SEMIDOOR
Das mag nicht PC formuliert sein. Ganz und gar nicht. Aber es dürfte auch nicht schwer fallen, zu verstehen, wie es gemeint ist.
semiodoor (Gast) - 4. Apr, 13:56

Kommandieren?

Ich dachte meine Anfrage ist als Bitte zu verstehn. Von einem Kommando kann keine Rede sein.
Ich verstehe es so, das etwas Schlimmes mit noch Schlimmeren
verglichen werden soll.
Dachau und Luxus in einem Satz
ist für mich sehr schmerzhaft zu sehn.

Mahakala - 4. Apr, 14:35

Dann schreiben Sie das doch der Frau Araxe direkt, ich mag es eigentlich nicht so gerne - so sehr ich Sie auch verstehen kann, unabhängig von Ihrem Hintergrund, - wenn hier in meinem Blog anonyme Besucher versuchen Hausrecht auszuüben.
Eine Diskussion halte ich für angebrachter!
semidoor (Gast) - 4. Apr, 21:05

Es war eine Bitte,

nicht mehr und nicht weniger.
Ein "nein, danke" hätte es auch getan ;)

Mahakala - 4. Apr, 21:42

Ich wurde ja um nichts gebeten.

Was verbindet Sie denn mit Dachau?

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